"Je mehr sich unsere Bekanntschaft mit guten Büchern vergrößert, desto geringer wird der Kreis von Menschen, an deren Umgang wir Geschmack finden." Ludwig Andreas Feuerbach
Jahrestagung des Arbeitskreises Biogeographie an der Universität Bonn
Ökosysteme sind keine starren Gebilde, sondern unterliegen einer fortwährenden Veränderung: Spontane "Events" wie Vulkanausbrüche oder Lawinen haben eher kurzfristige Auswirkungen, während Trends wie die weltweite Klimaerwärmung langfristig wirken. Andere Prozesse verlaufen zyklisch - dazu zählt beispielsweise das immer wiederkehrende Klimaphänomen "El Nino".
Ein besonders prägnantes Beispiel für die fortwährende Dynamik von Ökosystemen ist die Verschiebung der Waldgrenze in den Bergen oder am Übergang zur arktischen Tundra. Kurzfristige Events wie Lawinen können zu einem Rückgang des Waldes an seiner Verbreitungsgrenze führen. Der längerfristige klimatische Trend, die globale Erwärmung, verursacht einen Anstieg der Waldgrenze in den Bergen. Auch Zyklen wie das massenhafte Auftreten von Schadinsekten können die Waldgrenze lokal verschieben. Die Waldgrenze kann folglich als Indikator für Prozesse, die einer völlig unterschiedlichen Dynamik unterliegen, dienen.