Implantat verhindert Schlaganfall und Migräne-Attacken
Gerade bei jungen Menschen ist die Ursache eines Schlaganfalles oft keine Gefäßkrankheit sondern ein angeborener Herzfehler, ein so genanntes "offenes Foramen ovale". Der kathetergestützte Verschluss dieser Öffnung durch ein Schirmchen verhindert einen erneuten Schlaganfall und kann bei manchen Migräne-Patienten die Häufigkeit von Attacken reduzieren. Die Medizinische Klinik II des Universitätsklinikums Bonn ist deutschlandweit eines der wenigen Zentren das alle Schirm-Typen anbietet und führte diesen Eingriff bereits bei 130 Patienten erfolgreich durch. Kürzlich setzten die Bonner Ärzte erstmals in Nordrhein Westfalen einen neuen Implantat-Typ ein.
Das Foramen ovale ist ein Relikt aus unserer Zeit als Embryo. Denn vor der Geburt übernimmt der Mutterkuchen die Sauerstoffversorgung des Kindes. Das Foramen ovale - ein ovales Ventil zwischen dem rechten und linken Herzvorhof - leitet das Blut an der Lunge vorbei in das linke Herz. Wenn die Lunge nach der Geburt ihre Atemfunktion aufnimmt, verschließt sich diese Öffnung normalerweise im ersten Lebensjahr. Doch bei jedem dritten Menschen bleibt es offen. Meist kein Problem, da der höhere Druck im linken Vorhof dieses Ventil zudrückt.