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Neue Strategien zur Bekämpfung der Genitalverstümmelung bei Frauen in Afrika
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Traditionelle Zeremonie in Benin in Westafrika Bild: Touristik Berlin
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Trotz gesetzlicher Verbote ist in vielen Ländern die traditionell praktizierte weibliche Genitalverstümmelung nicht rückläufig. Es handelt sich dabei um eine äußerst brutale Entfernung der Klitoris sowie mitunter der Schamlippen. An der TU Berlin beschäftigt sich die Arbeitsstelle S. A. C. S. (Structural Analysis of Cultural Systems) mit den kultur-psychologischen Gründen für dieses Ritual sowie mit Möglichkeiten, diese sich derzeit weltweit immer weiter verbreitenden Praktiken einzudämmen. "Wir arbeiten dabei insbesondere mit afrikanischen universitären und außeruniversitären Einrichtungen zusammen und haben über die UNO regelmäßigen Kontakt zu Indigenenrepräsentanten", erklärt Psychologe Dr. Arnold Groh, der die Forschungen leitet.
Der Ursprung dieses grausamen, für die betroffenen Frauen sehr schmerzhaften und oft lebensgefährlichen Rituals sei bis heute nicht bekannt, erzählt er. Es kommt vermutlich aus Ostafrika und erreichte Westafrika erst spät. Das schloss man daraus, dass die bis ins 19. Jahrhundert als Sklaven nach Amerika verschifften Westafrikaner mit diesen Praktiken offenbar nicht vertraut waren. Derzeit breitet sich diese Tradition bis nach Indonesien aus. Auch aus Südafrika und bis vor kurzem sogar Südamerika gibt es Berichte. Ältere Schätzungen gehen von zwei Millionen verstümmelter Mädchen jährlich aus, heute dürfte die Zahl erheblich höher sein. Genaue Daten gibt es nicht. "Hier steckt man in einem Dilemma", erläutert Groh, "einerseits ist es wichtig, kulturelle Eigenheiten der Völker zu schützen. In diesem Fall stehen dem aber fundamentale Menschenrechtsverletzungen entgegen."
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